Ein Pokalkampf der "anderen Art"

Der VfG Trier führte auch in diesem Jahr wieder seinen Pokalkampf der anderen Art durch. Am 22./23. Juli 2006 fand das Hundespektakel statt und die Mitglieder des Vereins unter Leitung des 1. Vorsitzenden Hilarius Mans taten alles, um es den Anwesenden so angenehm wie möglich zu machen. Dies ist zu 100 % gelungen.
Mit Teilnehmern und Gästen aus vier Länder und zwar Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden und Deutschland bekam der Wettkampf einen internationalen Flair und zeigte das die Hundesportwelt keine Grenzen kennt und man sich auch ohne die Sprache des anderen perfekt zu sprechen gut verstehen und austauschen kann.
Herman Kugel hatte für die Teilnehmer immer ein offenes Ohr und keine Frage und kein Wunsch blieb unbeantwortet.
Für einen Tag wurde die VPG/IPO-Prüfungsordnung ausser Kraft gesetzt, denn der Wettkampf folgte seinen eigenen Regeln. Eine Mischung aus IPO Unterordnung und Schutzdienst, sowie DMC Körelementen alles ohne Pause abzuarbeiten fragte einiges von den Hunden, vor allem bei den überaus heissen Temperaturen an diesem Wochenende.
Aber nicht nur diese mussten auf dem Platz schwitzen.
Als Richter hatte der Verein Volker Riedel eingesetzt der
sich ja als Leistungsrichter und Körmeister in beiden
Elementen bestens auskennt und so eine Garant für eine
faire Bewertung war.
Als Schutzdiensthelfer standen ihm Frank Steffens (Teil 2)
und Bjorn van Stalle (Teil 1) zur Seite.
Frank Steffens ist wohl allen Lesern als überregionaler
Schutzdiensthelfer beim DVG/dhv und DMC für seine
kompetente Arbeit bestens bekannt und er ist ebenfalls ein
aktiver Hundeführer, weiss also worauf es ankommt. Bjorn van Stalle stand über Jahre an der Spitze der holländischen Pakwerkerliga und konnte schon mehrmals auf niederländischen Meisterschaften und grossen Wettkämpfen als Helfer sein Können zur Schau stellen. In diesem Jahr wird er auf der belgischen Meisterschaft eingesetzt, ist also top fit und wettkampferfahren. Auch er ist aktiver Hundeführer und so war dieser Pokalkampf mit seinen Offiziellen besten besetzt und die Teilnehmer wussten sich in guten Händen.

14 Hundeführer mit 15 Hunden stellten sich dem
anspruchsvollen Parcour. Der Verein hatte seine Türen
allzeit geöffnet um jedem noch so weit angereisten
Hundeführer die Gelegenheit zu geben den Platz vorher
kennenzulernen. Der endgültige Parcour stand jedoch erst
am Samstag fest und jeder Teilnehmer, der davon Gebrauch
machen wollte, konnte mit den Helfern trainieren. Schon
beim Training war zu sehen das sich die Hundeführer
untereinander halfen und von Konkurenz nicht viel zu
spüren war.

Verlangt wurden ein Freifolge laut PO jedoch ohne Gruppe, die Platzübung mit Hereinrufen sowie die Apportierübung über die Wand. Freiwillig konnten die Hundeführer ihre Hunde über eine 1,20 Hürde springen lassen, was 2 Punkte extra lieferte. Wie verhext
schaffte das während des Wettkampfes diesmal kein Hund,
im Training jedoch ohne problemlos. Nach diesen
3 Unterordnungselementen musste der Hundeführer seinen
Hund direkt zum Revieren ansetzen. Verlangt wurden
4 Verstecke, konnte der Hund das jedoch je nach
Ausbildungsstand noch nicht, so wurden auch hier 2 Punkte
pro ausgelassenem Versteck in Abzug gebracht.
Das Verbellversteck bot für den Hund einiges an Ablenkung
in Form einer lebensgrossen Puppe, Flaschenvorhängen,
Tarnnetzen und grossen Kanistern. Nachdem der Hund
ca. 10 Sekunden verbellen sollte erfolgte eine Flucht des Helfers aus dem Versteck und durch die Kanister zu einem zugewiesenen Punkt.
Danach folgte ein langer Rückentransport mit einem Winkel in Richtung einer Gruppe aus Pappsoldaten, einer Gasse aus Kartons und einer Plane die auf dem Boden ausgelegt war. Der Angriff erfolgte und der Hund wurde durch die Kartons gefegt und belastet. Nach dieser Übung erfolgte die lange Flucht. Diese wurde jedoch etwas aufgepeppt. Der Hund musste nach 10 Metern eine ca. 80 cm hohe Wand aus Strohballen überspringen, dann landete er in einem Becken welches mit wassergefüllten Luftballons gefüllt war und danach musster er noch eine Plane überlaufen bevor er den Helfer, der mit einem Klapperstock bewaffnet war zu fassen bekam.

Nachdem am Samstag jeder ausgiebig trainiert hatte hiess es Hunde versorgen, umziehen und antreten zum gemütlichen Beisammensein. Hier hatte der Verein wirklich eine schöne Feier auf die Beine gestellt, mit Spanferkel, Feuerwerk und allem drum und dran. Der Festabend wollte kein Ende nehmen und manch einer verabschiedete sich wirklich zwangsweise in Richtung Hotel, da am nächsten Tag ja noch Leistung verlangt wurde. Doch hat dieses Wochenende wieder mal gezeigt mit wie wenig Schlaf der Mensch doch eigentlich noch leistungsfähig ist!
Der Verein hatte weder Kosten noch Mühen gescheut um den Tag für die Zuschauer attraktiv zu gestalten. Unser holländischer Sportsfreund Bert Kikkert, der
ebenfalls als Teilnehmer auf dem Pokalkalmpf am Start war,
hatte seine Freunde und einige Hunde aus seinem Zwinger
mitgebraucht um in der Pause eine Vorführung der
eindrucksvollen Arbeit des KNPV zu geben. Damit alle
Anwesenden Einblick in die einzelnen Übungen bekamen
wurden sie auf deutsch erklärt und das Publikum zeigte sich
sehr beeindruckt.
Ein weiteres Highlight war die Vorführung von Roger Goebel
aus Frankreich und seinem Team. Er führte den Zuschauern
seinen jungen Rodin-Sohn "Utah du Bois des Trembles"
im französichen Ring-Programm vor und bekam dafür viel Applaus.
Diese Vorführungen sind doch immer sehr beliebt beim Publikum, wo sonst hat man schon in Deutschland die Gelegenheit diese Sportarten zu bewundern und erklärt zu bekommen.

Der Wettkampf selber gestaltete sich sehr spannend. Es waren sehr junge , aber auch alte Hasen am Start, jedoch war der Parcour für keinen der Hunde als Routine anzusehen und so waren die Voraussetzungen für alle gleich.
In der ersten Gruppe setzte sich der 68 jährige!! Luxemburger Jim Sintges mit seinem Hund Bass und 126 Punkten als 6. Starter an die Spitze und führte das Feld bis zum 13. Starter alleine an.
Dann ging Helga Muhren mit ihrem Hund Flin an den in den Parcour. Gröbster Fehler war hier die Platzübung, da blieb der Hund stehen und den 1,20 Hinsprung schaffte er an diesem Tage nicht, zeigte jedoch einen 1,40 Rücksprung. Hier und da noch Kleinigkeiten, aber ansonsten waren die 127 Punkte und die Führung absolut verdient.
Als letzter Hund des Tages ging Ingrid Giebel mit ihrer Hündin "Aroune sas van Gent" an den Start. Die feine Dame hatte an diesem Tag wohl keine Lust sich die Füsse bei den Wasserballons nass zu machen und übersprang die Strohballen, das Ballonbecken und die Plane mit einem gigantischen Satz um dann ohne Geschwindigkeitsverlust in den Helfer zu gehen. Für diese Aktion bekam die winzige Hündin Szenenapplaus. Für das Revieren verschenkte sie 4 Punkte da sie als IPO I Hund nur 2 Verstecke revierte und landete dadurch mit 126 Punkten zusammen mit Jim Sintges auf Platz 2.
Aus dem Publikum kam nur Zuspruch auf die Richter- und Schutzdiensthelferleistung, die wirklich alle drei ausnahmslos tolle Arbeit auf dem Platz geleistet haben. Volker Riedel gelang es bei der Besprechung die positiven Aspekte der jeweiligen Arbeit über die negativen zu stellen und jeder Hundeführer ging mit einem stolzen Gefühl seinem Hund gegenüber vom Platz.
Zuhause angekommen haben wir noch lange von diesem Wochenende geschwärmt, keinem gewöhnlichen Wettkampf sondern einem Hundesportfest von denen es in der heutigen Zeit ruhig mehr geben dürfte. Wer es in diesem Jahr verpasst hat dem kann man es nur für das nächste Jahr ans Herz legen.

Ingrid Giebel

Ergebnisliste Pokalwettkampf

Name des HF / Name des Hundes / Rasse / Punkte / Platzierung

Helga Muhren / Flin / Malinois / 127 / 1. Platz
Ingrid Giebel / Aroune sas van Gent / Malinois / 126 / 2. Platz
Jim Sintges / Bass les Loups Lorrains / Malinois / 126 / 2. Platz
Ingrid Giebel / Lavignac v/d Vroomshoeve / Malinois / 125 / 3. Platz
Marting Nadine / Yaco der treuen Gesellen / Malinois / 124 / 4. Platz
Klaus-Peter Schulze / Usara von Bonum Bono / Malinois / 124 / 4. Platz
Jan Lauxen / Back / Malinois / 123 / 5. Platz
Bert Kikkert / Hekse Beppie v/d Vroomshoeve / Malinois / 122 / 6. Platz
Alex Koch / Sam / Malinois / 121 / 7. Platz
Willibrord Dany / Betty vom Haus Kugel / Malinois / 118 / 8. Platz
Erny Fernandes / Zong / Malinois / 105 / 9. Platz
Franz Küppers / Bessie les Loups Lorrains / Malinois / 105 / 9. Platz
Michael Fröhlich / Fanny von der Kirchheck / DSH / 102 / 10. Platz
Bernd Besse / Scott vom Flanzbate / Malinois / 90 / 11. Platz
Mr. Santioni / Bungle van de Duvetorre / Malinois / 81 / 12. Platz

Der VfG Trier gratuliert allen Hundeführern/innen und bedankt sich noch einmal für die sportlich faire Vorführweise. Tschüss, bis zum nächsten Jahr!!!